Vom Selbsthass zur Selbstliebe – meine Geschichte und warum ich heute Frauen fotografiere.
Entfalte deine wahre Stärke
Ich weiß nicht, wann genau du das erste Mal das Gefühl hattest, nicht genug zu sein. Vielleicht warst du noch ein Kind, vielleicht kam es erst später. Aber ich weiß, wie tief sich dieser Gedanke eingraben kann – und wie lange er unser Leben bestimmt. Deshalb schreibe ich diesen Text. Vielleicht erkennst du dich darin wieder. Vielleicht gibt er dir die Kraft, deinen eigenen Blick auf dich zu hinterfragen.
Weißt du, wann meine erste Diät war? Ich war elf. Elf Jahre alt – ein Kind. Und das Schlimmste daran? Ich war nicht mal dick. Aber irgendwie hatte ich schon damals das Gefühl, nicht richtig zu sein, nicht schlank genug, nicht gut genug. Ich erinnere mich noch an diesen Moment, in dem ich dachte: Wenn ich nur ein bisschen weniger wiege, dann… dann bin ich vielleicht okay.


Was dann folgte, waren fast drei Jahrzehnte voller Selbstzweifel und Selbstzerstörung. Diäten, exzessiver Sport, Überessen, Bulimie – ein endloser Kampf gegen meinen eigenen Körper. Ich wollte ihn kontrollieren, formen, disziplinieren. Ich dachte, wenn ich mich nur genug anstrenge, wenn ich es nur richtig mache, dann würde ich mich irgendwann endlich wohlfühlen. Aber das tat ich nie. Egal, welche Zahl auf der Waage stand, egal, wie viel ich abgenommen hatte – es war nie genug. Ich war nie genug.
Mit 38 stand ich an einem Punkt, an dem es plötzlich klick machte. Ich weiß nicht mehr, was genau der Auslöser war, aber ich weiß, was ich fühlte: Eine tiefe, überwältigende Traurigkeit. Ich schaute auf mein Leben und dachte: Soll es das gewesen sein? Will ich wirklich noch den Rest meines Lebens damit verbringen, gegen mich selbst zu kämpfen? Die Antwort war ein klares Nein. Und genau in diesem Moment wusste ich: Ich muss etwas ändern.
Also begann ich eine Therapie. Und es war, als würde jemand langsam einen Vorhang lüften, durch den ich mein eigenes Leben zum ersten Mal wirklich sehen konnte. Ich erkannte, wie viel Zeit, wie viel Energie ich darauf verschwendet hatte, mich kleinzumachen. Wie ich mich selbst behandelt hatte – schlimmer als ich es je mit einer Freundin tun würde.
Fotografie als Weg zur Selbstfindung
Es war ein harter Weg. Aber mit jeder Sitzung, mit jedem Gespräch kam ein kleines Stück von mir zurück. Ich begann, mich selbst zu entdecken. Und zum ersten Mal in meinem Leben stellte ich fest: Ich bin gar nicht so schlecht. Ich spürte, was mir Freude machte, was mich wirklich lebendig fühlen ließ. Und weißt du, was das war? Die Fotografie.
In dieser Zeit kam ich auch in Kontakt mit Coachings zur Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Ich lernte, mich so zu sehen, wie ich wirklich bin – nicht durch die verzerrte Linse der Selbstkritik, sondern mit einem Blick, der endlich sanfter wurde. Dann lernte ich langsam zu verstehen, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein, sondern mich in meiner Einzigartigkeit anzunehmen.
Ich habe früh gelernt, dass es gesellschaftliche Schönheitsideale gibt, die bestimmen, wie wir uns selbst sehen. Aber warum fühlen wir uns nie genug? Warum fällt es uns so schwer, Selbstliebe zu lernen?
Und genau dabei möchte ich heute andere Frauen helfen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, sich selbst nicht zu sehen – oder sich im Spiegel zu betrachten und nur Makel zu erkennen. Und ich weiß, wie befreiend es ist, diesen Blick zu verändern. Und ich weiß wie befreiend es auch ist zu merken, dass man nicht alleine damit ist.
Heute nutze ich meine Kamera, um Frauen zu zeigen, dass sie nicht den Normen entsprechen müssen, um schön zu sein. Wir Frauen haben verinnerlicht, dass unser Körperbild nie gut genug ist – aber das ist eine Lüge.
Frauenfotografie als Spiegel der Selbstliebe: Authentische Schönheit und Stärke entdecken
Deshalb fotografiere ich Frauen so, wie sie sind – echt, unverfälscht, wunderschön. Damit sie sich endlich so sehen können, wie ich sie sehe: stark, einzigartig und genau richtig.
Ich teile meine Geschichte nicht nur, um zu erzählen, was ich erlebt habe – sondern weil ich daran glaube, dass sich etwas ändern muss. Ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, die sich jahrelang falsch gefühlt hat. Und ich weiß, dass wir gemeinsam lernen können, anders auf uns selbst zu blicken. Mit diesem Blog möchte ich einen Raum schaffen, in dem wir Schönheitsideale hinterfragen, Selbstliebe neu entdecken und uns gegenseitig stärken. Vielleicht ist dieser Text der erste kleine Schritt für dich – ein erster Impuls, dass du mehr bist, als du denkst. Und vielleicht begleiten dich meine Worte auf deinem eigenen Weg zu einem liebevolleren Blick auf dich selbst.
Falls dich meine Worte berührt haben, schreib mir gerne – ich freue mich, deine Gedanken zu lesen. Und falls du bereit bist, dich selbst mit neuen Augen zu sehen, dann begleite ich dich mit meiner Kamera auf diesem Weg.
